Was ist überhaupt ein Gravel Bike? Lohnt sich das?

Wenn es auf Schotter, Kies und Waldböden geht, dann kommt ein Rennrad schnell an seine Grenzen. Genau hier fängt der Spaß mit einem Gravel Bike dann erst so richtig an.

Ein Gravel Bike ist einfach erklärt ein Rennrad mit dem man auch Offroad, also im Gelände ganz gut durchkommt. Es ist in der Regel bequemer als ein Rennrad und man kann damit auch lange Touren fahren.

So die Theorie.

An mir ist der Gravel Bike Hype lange einfach komplett vorbei gerauscht und das obwohl ich total outdoor affin bin. Und dann hat es bei mir voll eingeschlagen.

Anfangs habe ich ein kurzes Werbevideo gesehen, bei dem Dudes mit Gravel Bikes gefahren sind. Und jetzt sind wir schon mittendrin. In dem Video wurden nicht einfach Bikes vorgestellt. Was dort gezeigt wurde, war echtes Abenteuer.

Gravel Bikepacking vom feinsten. So richtig mit atemberaubender Landschaft, einsamer – wunderschöner Natur und mittendrin natürlich die Gravel Bikefahrer.

Ganz ehrlich, mehr hat es nicht gebraucht und ich wollte dann auch ein Gravel Bike haben.

Das ist halt genau das was es für mich ausmacht. Man kauft nicht nur ein Fahrrad. Ein Gravel Bike ist Lifestyle. Auch wenn das für dich ggf etwas übertrieben klingen mag. Es ist mehr als einfach nur Strecke mit dem Fahrrad zu machen. Wer Gravel Bike fährt, der ist halt in der Regel richtig in der Natur unterwegs und nicht durchgehend auf Asphalt um einfach nur schnell von A nach B zu kommen.

Noch mehr gepackt hätte mich die Werbung, wenn Frauen gefahren wären. Aber hier hat die Branche noch ziemlich nachholbedarf. Für Frauen ist das Fahrradfahren nicht ganz so selbstverständlich wie man heute annehmen mag. Es galt lange als ungesund, unmoralisch und unweiblich. Hier findest du einen interessanten Artikel dazu im Spiegel.

 

Gravel Bike für Frauen

 

 

Jetzt habe ich mich auch gefragt ob es eigentlich einen Unterschied gibt bei Gravel Bikes für Damen und für Herren? Ist Fahrrad nicht gleich Fahrrad?

Nicht ganz. Frauen haben eine andere Anatomie als Männer. Unbestritten. Frauen sind in der Regel kleiner als Männer, haben einen anderen Schwerpunkt, mehr Hüfte, schmallere Schultern, usw..

Aber sind wir nicht alle total unterschiedlich unabhängig vom Geschlecht? Meine Freundin und ich sind fast auf dem Zentimeter gleich groß und doch haben wir einen völlig unterschiedlichen Körperbau.

Es gibt Hersteller die passen die Rahmengeometrie an Frauen an und andere die verwenden einfach Unisexrahmen und montieren bestenfalls einen Damensattel drauf. 

Bei den meisten Herstellern gibt einfach nur Unisexrahmen. Das führt in der Regel oft zu Schulter- und Nackenschmerzen bei Frauen. Abhilfe kann man hier mit dem richtigen Einstellungen schaffen. Es gibt dazu sogar Läden die „Bikefitting“ anbieten. 

Oder man kauft sich ein Gravel Bike für Damen

Ich habe mich dagegen entschieden und habe mir ein unisex Gravel Bike gekauft. Meine Freundin auch.

Wichtig war mir die Farbe. Ok, kleiner Spaß am Rande. Ich bin einige Gravel Bikes probegefahren und man merkt ziemlich schnell ob man sich auf einem Gravel Bike wohlfühlt oder nicht. In meinen Augen und für meine Bedürfnisse brauchte ich jetzt kein spezielles Gravel Bike für Frauen.  

Ich kann hier aber nur für mich sprechen. Ich habe für eine Frau relativ breite Schultern. Für andere macht es mit Sicherheit Sinn sich ein Fahrrad zu kaufen, das speziell für Frauen gebaut wurde. 

Wenn man zB sehr schmale Schultern hat, dann sollte man alleine schon bei der Wahl des Lenkers hier genau schauen das dies passt. Es gilt nicht nur auf die Rahmengröße zu achten.

Bremshebel

 

Auch ist das Thema Bremshebel nicht ungefährlich.

Das ist so mein Painpoint. Ich habe jetzt keine riesigen Hände und da ich ein „unisex“ Gravelbike fahre ist das nicht wirklich ideal. Das war bei allen Gravel Bikes die ich probegefahren bin übrigens so.

Interessanterweise bedeutet „unisex“ ja nicht, dass man ein Fahrrad baut, das beide Geschlechter gleich gut fahren können, sondern es ist einfach ein Rad das es in unterschiedlichen Rahmengrößen gibt und das Rad ist in der Regel auf Männern ausgerichtet. Was soll an einem „unisex“ Rad auf eine Frau ausgerichtet sein? Nichts. Es ist ein Rad das für kleine und große Männer gebaut wurde und das Rad können auch Frauen fahren. 

Das ist wie bei Kleidung die unisex ist. In der Regel bedeutet das ja nicht das es dann Röcke gibt, die auch Männer tragen können oder sollen, sondern man bekommt zB TShirts die einfach ziemlich groß für Frauen sind. 

Frauen haben in der Regel kleinere Hände als Männer. Auch ich habe wie gesagt, keine großen Hände und entsprechend ist das Bremsen für mich teilweise sehr anstrengend gerade bei längeren Abfahrten.

Es gibt natürlich auch Frauen die große Hände haben in aber in der Regel eben nicht.

Eine Möglichkeit ist es die Verringerung des Hebelabstandes zum Lenker einzustellen.

Dafür gibt es spezielle Bremshebel, die dann auch eine einstellbare Griffweiten haben. Wenn das für dich ein wichtiges Thema ist, dann solltest du dich hier ausführlich beim Fachhändler beraten lassen.

Gravel Bike für Frauen – unsere Gravel Bikes

gravel bike für frauen
Günstiges Gravelbike

Ich habe mich für ein Giant Revolt 2 Gravel concrete entschieden. Für mich ist es ein perfektes Einsteiger Gravel Bike das auch als Gravel Bike für Damen richtig gut funktioniert. Ich bin 170 cm groß und habe mich für die Größe m entschieden. Bei dem Fahrrad stimmt für mich das Preis- / Leistungsverhältnis.

Das Gravel Bike ist leicht, wendig und ich komme damit super zurecht. Ich finde die Sitzposition super angenehm. Diese ist nicht so „aggressiv“ wie bei vielen anderen Gravel Bikes. Das meint man sitzt etwas aufrechter.

Warum habe ich mich für dieses Gravel Bike als Frau entschieden?

Ich könnte dir jetzt hier viel zu technischen Details, Preis oder auch ergonomischen Vorzügen schreiben. Die Kaufentscheidung ist vorallem dadurch begründet, das es schlicht und ergreifend kein anderes in meiner Größe gab. Ich war in unzähligen Fahrradläden und auch extra auf einer Fahrradmesse. Klar kann man dort tolle Gravel Bikes probefahren, aber es gibt kaum Gravel Bikes die passend für meine Körpergröße sind. 

Lass dir hier auch nichts von Fahrradhändlern erzählen. Die meisten sagen dir, das würde schon passen obwohl das nicht stimmt. Glaube mir: Ein gutes Fahrrad fühlt sich auch gut an. Vertraue deinen ersten Eindruck. Man merkt wenn die Rahmengröße nicht stimmt. 

In meiner Endauswahl war auch das Cinelli ZYDECO „ride on a rainbow“. Es war nicht in meiner Größe vorrätig. Weder im Laden noch Online. Man hätte das theoretisch bestellen können mit einer ungewissen Lieferdauer. Das sind halt zur Zeit die Lieferprobleme die sich in vielen Branchen und vorallem auch in der Fahrradbranche zeigen.

Wirklich hochdramatisch finde ich das nicht. Schade ist es, aber nicht schlimm. Ich bin alt genug als das ich es gewöhnt war nicht alles jetzt und sofort kaufen zu können. Ich habe mir jetzt also ein weitaus günstigeres Gravel Bike gekauft als geplant und kann mir perspektivisch in ein paar Jahren auch noch ein anderes kaufen. 

Die Entscheidung so pragmatisch zu fällen ist also nicht davon abhängig gewesen ob ich eine Frau bin oder nicht und ob das jetzt ein spezielles Gravel Bike wäre, das speziell zu meiner weiblichen Anatomie passen würde, sondern momentan kann man das nehmen was man findet oder man muss vielleicht sehr, sehr lange warten.

Das Giant war das einzige was in meiner Größe zu finden war. 

Ich habe mich natürlich nicht lumpen lassen und bin als erste Tour gleichmal in die Alpen damit gefahren. Hier findest du meinen Bericht zu der Alpentour mit dem Gravel Bike und dort sind auch noch richtig viele Fotos von dem Fahrrad zu finden.

Meine Freundin hatte bisher ein Trekkingbike. Aus anfangs, „nein ich kauf mir jetzt doch kein Gravel Bike“ wurde nach einer Tour am Gardasee, bei der wir Gravel Bikes ausgeliehen hatten ein: „Oh wow, ich will unbedingt auch ein Gravel Bike“.

Eine 180 Grad Wendung. Was jetzt nicht daran liegt, das sie besonders sprunghaft wäre. Im Gegenteil. Der Punkt ist, das es einfach unfassbar Spaß macht mit solch einem Bike zu fahren.

Sie hat sich für ein Carver Gravel 110 entschieden. Das ist auch ein „unisex“ Gravel Bike und kein spezielles Gravel Bike das für Frauen gebaut wurde. Sie ist auch 170 cm groß und ihre Rahmengröße ist s.

Ihre Kaufentscheidung ist auch ähnlich pragmatisch ausgefallen, wie die meine. Auch für sie gab es keine Auswahl an vielen Gravel Bikes in ihrer Größe. 

Die Komponenten an dem Carver Gravel 110 sind hochwertiger als bei dem Giant.

Mir persönlich sind Komponenten nicht ganz so wichtig. Es ist mir nicht egal, aber es gibt einen viel ausschlaggebenderen Punkt für mich. Für mich muss sich ein Fahrrad einfach richtig gut anfühlen.

Mir ist das „handling“ enorm wichtig. Ich möchte eine gute Kontrolle über mein Fahrrad haben.

gravel bike damen
gravel bike damen

Gravel Bike für Frauen – das war in der engeren Auswahl

 

Wie bereits erwähnt haben wir am Gardasee Gravel Bikes ausgeliehen die so gut waren, das meine Freundin danach unbedingt auch ein Gravel haben wollte. 

Die Bikes am Gardasee waren Gravel Bikes von der Marke Ghost Modell Road Rage. Wenn du ein solides Fahrrad suchst, dann fährt man damit richtig gut. Preislich liegt so ein Bike aber über den Giant und auch über dem Carver. Dafür bekommt man aber auch richtig etwas geboten. Besonders herausragend war dort für mich die Schaltung. Es macht halt dann doch etwas aus ob die Komponenten dann hochwertiger sind. 

In dem Artikel über die Gravel Bike Tour am Gardasee habe ich auch einen Erfahrungsbericht über das Ghost Road Rage integriert. Les dir das gerne durch, falls dich das Bike gefällt. Auf der Seite findest du auch ein klasse Video in dem du siehst was man mit dem Bike machen mkann. Aber auch das Ghost Road Rage ist ein „unisex“ Fahrrad und auch kein spezielles Gravel Bike für Damen

Die Details zu allen Bikes kannst du auf den Herstellerseiten nachlesen. Ich hoffe das dir unsere Entscheidungen und Erfahrungen helfen dein Traumbike zu finden.  

Gravel Bike Ghost Road Rage Erfahrungsbericht
Radfahren am Gardasee

Fahrradsattel speziell für Frauen

 

In der Regel haben Frauen breitere Sitz Knochen als Männer. Bei einem Frauensattel ist die Kontaktfläche in der Regel breiter als wie bei einem normalen Sattel. Das ist eigentlich nicht gut. Mehr dazu gleich.

Es gibt Frauen die finden es wesentlich angenehmer, wenn der Fahrradsattel eine Aussparung hat. Alleine daran erkennt man meist einen Frauensattel.

Der Vorteil von einem solchen Sattel ist, das der Bereiche im Schritt nicht taub wird und auch nicht so abgedrückt wirden. Dadurch einen breiteren Sattel und mit der Aussparung kann das Blut besser zirkulieren.

Es gibt hier eine ganze Reihe an unterschiedlichen Modellen. Welcher Damen Fahrradsattel für dich der beste ist, das musst du für dich selbst abklären – ich finde es schwierig hier eine Empfehlung auszusprechen, da es total individuell ist, welcher Sattel für einen selbst am besten ist. Ich habe keinen speziellen Fahradsattel für Damen

Jetzt zu spannender Foschung: Es gibt eine sehr interessante Forschungen zu genau diesem Thema. Und es ist laut der Studienergebnisse ein weitverbreitetes Vorurteil dass Frauen angeblich breitere Sattel benötigen würden. Frauen benötigen aber keinen breiteren Fahrradsattel. In den Studien wurden sehr viele Röntgenbilder von Frauen und Männer verglichen und die Abstände der Knochen vermessen. Die Distanz der Knochen ist kleiner. Im Ergebnis bedeutet das, dass ein kleinerer Frauensattel benötigt wird und eben kein größerer Sattel für Frauen. Die Forschung hat das Forschungszentrum Ergoview durchgeführt.

 

Fahrradsattel mit Polsterung

 

Frauen benötigen natürlich keine andere Fahrradsattel Polsterung als Männer. Die Auswahl der richtigen Polsterung hängt vom Nutzungsdauer ab.

Wenn du kurze Tour fährst, dann ist eine großzügige Polsterung für dich die richtige Auswahl.

Wenn du aber Touren fährst die länger als 2 Stunden dauern sollen, dann sollte die Polsterung geringer sein.

Wenn du aber Touren über 5 Stunden planst, dann sollte die Polsterung dicker sein um die Touren auch angenehm durchfahren zu können.

Soweit die Theorie. Du musst hier eigene Erfahrungen sammeln. Bevor man sich jetzt für jede Tour einen anderen Sattel draufschraubt, was ja totaler Blödsinn ist, kannst du hier auch einiges mit der richtigen Bekleidung wett machen. Eine gepolsterte Radhose ist goldwert. Die trägt man übrigens am besten ohne Unterwäsche. 

Alternativ kannst du eine weitere Hose tragen und darunter eine geplosterte Unterhose.