Bouldern ist Klettern ohne Seil und in Absprunghöhe. Man kann an Felsblöcken oder Felswänden bouldern oder an Kletterwänden, die künstlich erschaffen sind. Man kann diesen Sport draußen in der Natur oder in Hallen nachgehen. Man kann auch urban bouldern.

Man bouldert völlig frei, dh man trägt auch keinen Klettergurt.

Man ist in Absprunghöhe unterwegs. Eine Absprunghöhe ist so hoch, dass man theoretisch abspringen kann ohne sich schwer zu verletzten.

Neben der körperlichen Anstrengung ist bouldern auch ein intellektuelles Spiel. Das macht Bouldern für mich auch so interessant. Es geht nicht nur darum „irgendwie“ eine Route zu bewältigen, sondern dass man diese auch gut bouldert. Menschen, die das Bouldern gut beherrschen, sind technisch sehr gut. Akrobatische Bewegungen sind hilfreich.

Bouldern ist in erster Linie kein Kraftsport, auch wenn die meisten Menschen die regelmäßig bouldern sehr trainiert sind. Bouldern fordert den gesamten Körper. Körperspannung ist dabei wichtig.

Meine Freundin sagt immer, für sie ist das Bouldern wie „tanzen in der Vertikalen“. Ich finde das beschreibt es sehr gut. Wenn man Menschen beobachtet, die das Bouldern gut beherrschen, dann sieht das oft spielen einfach aus, wie diese Wände hochgehen. Was natürlich täuscht. Um das Bouldern gut zu beherrschen, sollte man viel Ausdauer und Geduld mitbringen.

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bouldergebiete

Was heißt bouldern

 

Im Englischen bedeutet das Wort „boulder“ „Felsblock“ oder auch „Felsbrocken“.

 

Was ist der Unterschied zwischen Bouldern und Klettern

 

Der Unterschied zwischen Bouldern und Klettern ist schon die Ausrüstung. Beim Klettern verwendet man in der Regel Seil und Klettergurt und andere Ausrüstungsgegenstände. Abgesehen vom Freiklettern.

Das fällt bei dem Bouldern weg, da man kein Seil und kein Klettergurt benutzt.

Auch bleibt man in Absprunghöhe. Beim Klettern geht es viel höher hinaus. Auch das macht für mich selbst das Bouldern so interessant. Ich bin kein Freund von sehr großen Höhen.

 

Warum sollte man Boulder-Sport ausprobieren

 

Ich muss zugeben, Anfangs war ich nicht sonderlich angetan. Meine Freundin kommt aus dem Bergsport und hat versucht mich für das Klettern zu begeistern. Ich selbst finde das etwas unkommunikativ, da einer ja immer am Boden steht und den anderen sichern muss.

Beim Bouldern sind die Routen in der Regel sehr kurz und man tauscht sich viel aus.

Zudem entfällt, dass man sich erst einbinden muss. Man kann direkt loslegen.

 

Faszination Bouldern

 

Das sind aber nur die Rahmenbedingungen. Der eigentliche Charm des Boulderns liegt für mich in der Technik und dem akrobatischen Teil. Ich finde es zudem faszinierend, dass es ein Sport ist, in dem es egal ist wie du bist.

Egal ob klein, groß, Frau, Mann oder wie auch immer man sich verortet. Ich bin immer wieder davon fasziniert, wenn ich zB in der Boulderhalle bin und eine Gruppe junger Männer sich an einer Boulderroute die Zähne ausbeißt und dann eine athletische Frau kommt und die Route entspannt wegsnackt.

Zudem gefällt mir persönlich auch sehr gut, dass bei dem Bouldern die Frauen, die das lange machen, sehr athletische Körper haben. Dieses Körperbild war sehr lange in anderen Sportarten bei Frauen nicht erwünscht.

Aber ich freue mich auch immer darüber, wenn ich dort auch etwas korpulente Menschen sehe. Das sollte einen nicht abhalten. In meiner Wahrnehmung ist das Bouldern ein Sport, der sehr tolerant ist. Das macht die Bouldergemeinschaft aus. Ich habe nie erlebt das jemand bei der Ausübung des Sports komisch angeschaut werden würde.

bouldern

Die Geschichte von Bouldern – Wer hat das Bouldern erfunden

 

Wenn man die Geschichte von Bouldern recherchiert, dann stößt man auf den Namen Pierre Allain. Ein Franzose. Um ihn herum gab es eine Gruppe von Alpinisten, die sich in Fontainebleau auf ihre Bergtouren in den Alpen vorbereitet haben. Fontainebleau ist eines der schönsten Bouldergebieten weltweit.

Ich selbst war viele male dort und es ist umwerfend schön. Fontainebleau ist in der Nähe von Paris und das Bouldergebiet ist in einem riesigen Waldgebiet. Die Blöcke sind Sandsteinfelsen und sind perfekt für das Bouldern. Hier kannst du meinen Bericht über Bouldern in Fontainebleau lesen.

Von dieser Gruppe stammt auch der Begriff „Bleausards“.

Man stößt des weiteren auf den Namen John Gill, USA. Von dem „Vater des Boulderns“ stammt auch die 3 Punkt Regel, was im Detail bedeutet: Vier Haltepunkten immer drei mit dem Felsen in Kontakt.

Interessanterweise hat auch er das Bouldern nur als Training für seinen Sport, das Ringen angewendet. Hierdurch erklärt sich auch das Akrobatische Verständnis von Bouldern.

Um auch einen Deutschen zu nennen: Der Nürnberger Wolfgang „Flipper“ Fietz hat das Bouldern in Deutschland mit vorangetrieben und etabliert. Er hat das vorwiegend in der Fränkischen Schweiz betrieben.

 

Wo kann man Bouldern

 

Es gibt mittlerweile sehr viele Boulderhallen. Es gibt auch Boulderbereiche, die in Kletterhallen integriert sind. Teilweise haben die Hallen auch Außenbereiche für das Bouldern.

Es gibt weltweit einige sehr gute Bouldergebiete zum draußen Bouldern und es gibt entsprechende Boulderführer, die diese Gebiete beschreiben.

Wenn man draußen bouldert, dann nimmt man in der Regel ein Crashpad oder auch Bouldermatte genannt mit. Das sind kleine dicke Matten, die man in den Bereich legt wo man stürzen könnte. Diese Bouldermatten für Outdoor kann man kaufen oder auch oft in den Bouldergebieten ausleihen. Ich habe mir früher immer eine in der heimischen Boulderhalle ausgeliehen. Mittlweile habe ich mir eine gekauft.

Wie eingangs kurz erwähnt, man kann auch urban das Bouldern betreiben. Ich habe in Köln das zB schon unter Brücken gesehen. Ob das jetzt ideal ist, wage ich zu bezweifeln.

bouldern draußen

Bouldern Ausrüstung

 

Wenn du mit dem Bouldern anfängst brauchst du nicht viel. Da ich oft gefragt werde, gebe ich ein paar Kauftipps für die Boulder Ausrüstung.

Eine abriebfeste Boulderhose ist nützlich. Ein echter Evergreen ist hier die Ocun Noya Pants*.

Viele Frauen gehen in Leggings bouldern. Das kann man auch machen. Es gibt auch Boulder Leggings. Ich würde dir hier zu der VAUDE Leggings* raten, da diese verstärkt ist. Man könnte theoretisch auch eine normale Leggings nehmen, aber die ist halt sehr schnell durch. Man ist ziemlich oft an der Wand und ich habe nicht nur eine Hose bisher durchgescheuert. Das finde ich schade und setze jetzt lieber auf langlebigere Modelle.

Kurze Hose finde ich suboptimal, da man sich dann ständig die Knie aufreisst. Also mir geht das leider so. Mit dem Chalk in der Halle kann sich dann eine Wunde schnell entzünden.

Chalk gibt es flüssig oder als Pulver, als Chalk Powder. Ich benutze weder noch. Empfehlen würde ich dir das Mantle – Chalk / Kletterkreide* das nehmen Freunde mit Begeisterung.

Für die Kletterkreide gibt es Chalkbags.

Eine große Auswahl an Boulderzubehör findest du hier*

Wichtig sind Boulderschuhe. Du machst dir keinen Gefallen, wenn du mit Turnschuhen boulderst. Bei den Boulderschuhe habe ich einige bereits durch und bin jetzt bei Red Chili Spirit VCR Kletterschuh* gelandet und finde die super.

Eine große Auswahl an Kletterschuhen findest du hier*.

Es gibt hier Unterschiede und es gibt auch besondere Boulder Wettkampfschuhe.

Wenn du draußen boulderst solltest du dir eine Bouldermatte anschaffen. Mit einer Bouldermatte von Ocun, Paddy Moonwalk* ist man definitiv sehr gut aufgestellt.

 

Bouldermatte Crashpad Ocun
warum sollte man bouldern

Die verschiedenen Boulder-Varianten

 

Es gibt bei dem Bouldern wie auch bei dem Klettern unterschiedliche Schwierigkeitsgrade. In Hallen sind diese oft farbig gekennzeichnet. In den Hallen hängen dann in der Regel auch Schautafeln in denen die Farben den Schwierigkeitsgraden zugeordnet und erklärt werden. Es gibt hier kein übergeordnetes Farbschema, dass überall gleich wäre.

Es lohnt sich also hier genau hinzusehen. Es gibt ansonsten Skalen. Teilweise ist es nicht wirklich vergleichbar. Es gibt zB Hallen, in denen man sich in einen oberen Bereich einordnen kann und gut zurecht kommt und wenn man dann in eine Halle kommt in der einfach viele tricky Routen geschraubt sind, dann muss man sich dann doch wieder ganz unten einordnen.

Es mag meiner subjektive Erfahrung geschuldet sein, aber ich habe dieses Erlebnis bei Kletterhallen im Allgäu selbst beobachtet.

 

Wo kann ich Bouldern lernen

 

Es gibt Kurse in Hallen aber natürlich auch in Bouldergebieten. Es gibt auch Sportgruppen oder Vereine, denen man sich anschließen kann.

 

Kann ich Bouldern allein lernen

 

Man kann theoretisch sich das Bouldern selbst beibringen und alleine lernen. Aber in meinen Augen macht es Sinn sich hier gerade am Anfang Unterstützung zu suchen, da man dann die Basics schnell lernen kann und die Lernkurve deutlich steiler ist.

Man muss dazu keinen Kurs besuchen. Man kann sich auch anderen anschließen. Ich selbst hatte das Glück, dass meine Freundin sehr gut ist und mir viel beigebracht hat.

Ich finde es auch deutlich schöner gemeinsam diesen Sport zu betreiben als allein. Ich gehe zwar auch ab- und an allein, aber nur wenn es zeitlich anders nicht geht.

bouldern am fels

Bouldern wie oft sollte man das machen

 

Wenn man sich verbessern möchte, dann sollte man zwei bis dreimal die Woche dem Bouldersport nachgehen. Wenn man nur ab und an geht, dann kann man sich leider nicht so gut steigern.

Vieles beim Bouldersport basiert auf Erfahrungen. Auf Bewegungsmuster, Technik und natürlich auch Kraftausdauer.

Wenn man aber nur das Bouldern betreibt, weil man Spaß an diesem Sport und der Bewegung hat, dann kann man das auch weniger ambitioniert betreiben.

Ich selbst finde es ist tatsächlich auch leider eine frage der Kosten: Es ist, wenn man auf Boulderhallen zurückgreifen muss, leider kein günstiger Sport, bedingt durch die hohen Eintrittspreise.

Gönne deinen Körper auch Pausen. Auch müssen sich Bänder und Gelenke an diesen Sport gewöhnen. Unterschätze das nicht.

 

Bouldern Technik

 

Die Technik bei dem Bouldern ist enorm wichtig. Hier trennt sich sehr schnell die Spreu vom Weizen.

Wer keine gute Technik hat, der ist schnell am Ende angelangt.

Gerade Anfänger versuchen viel über Kraft zu kompensieren, aber das trägt nicht durch. Es gibt Züge, die erfordern Bewegungsabläufe und das Verständnis von Boulder Technik um eine Route zu bewältigen. Mit einer guten Technik wird das Bouldern in der Regel auch sehr viel spaßiger. Man kann schwierigere Routen bouldern, man hält viel länger durch.

Zudem, wie gesagt, wenn man die Technik nicht beherrscht, dann sind viele Routen nicht machbar. Das soll dich motivieren, dich hiermit zu beschäftigen.

Der Artikel dient dem Einstieg in die Boulderwelt. Wenn du dich für Boulder Technik interessierst, dann würde ich dir zu Kursen raten oder alternativ gibt es auch bei YouTube Videos dazu.

Bücher finde ich hier etwas schwierig. Meine Freundin hat mir Anfangs auch einige ihrer Bücher über die Boulder Technik hingelegt, aber wirklich gelernt habe ich in der Praxis und auch vor allem durch das Beobachten von anderen die gut sind.

Man kann die auch einfach ansprechen. Die meisten freuen sich sehr, wenn man nach Tipps fragt.

boulder

Bouldern aufwärmen

 

Man sollte sich aufwärmen und es gibt eine Reihe von Übungen, die man machen kann. Bei YouTube findet man viele Aufwärmübungen. Es sind die Klassiker, wie dehnen, Armkreisen, etc..

 

Ist das Bouldern gefährlich

 

Kommt drauf an. Im Prinzip gibt es wohl viele Sportarten, die ein weitaus höheres Risiko haben. Was besonders gefährlich ist, sind Stürze. Man sollte bestenfalls darauf verzichten abzuspringen und alle Routen auch wieder sauber runtergehen also abklettern.

Das machen viele nicht und springen einfach oben ab. Ich sehe es sportlich, auch eine Route von oben nach unten zu bouldern ist Teil des Trainings.

Auch kann man abrutschen. Das ist auch nicht schön. Ich rate dazu – gehe keine Risiken ein. Ich suche mir nur Boulder aus, bei denen ich mir ziemlich sicher bin das ich diese mit meinem Trainingsstand auch bewältigen kann. Ich verbessere mich trotzdem kontinuierlich, aber es ist weniger riskant.

Wenn du draußen boulderst, dann solltest du keine Risiken eingehen. Man hat dann keine riesigen weichen Matten unter sich. Die Crashpads sind klein und halten auch nur das schlimmste ab.  

 

Bouldern Verletzungen

 

Wenn du zu häufig gehst, kann es sein das deine Hände völlig kaputt sind, da die Haut oft reißt. Gerade weil in den Hallen viel Chalk auf den Griffen ist, trocknet das die Haut aus und macht diese anfällig das sie schneller reißt. Auch wenn man von Griffen rutscht, kann man sich die Haut richtig schön abziehen.

Man kann, wenn man aus Routen fällt sich natürlich verletzen. Wenn man unsanft aufkommt, kann man sich zerren oder etwas brechen.

bouldern sport

Bouldern Vorteile

 

Es ist ein Sport, den man drinnen und draußen betreiben kann. Besonders das Bouldern in der freien Natur, das Outdoor-Bouldern hat es mir persönlich angetan. Ich mag die Bewegung und ich mag auch die Offenheit, die dieser Sport mit sich bringt.

Wenn man draußen dem Bouldern nachgeht, dann muss man nichts bezahlen. Der Block kostet nichts. Das finde ich auch echt charmant.

 

Bouldern Nachteile

 

Für mich ist ein großer Nachteil bei dem Bouldern der Preis in den Hallen. Das schließt Menschen, die nicht über ein üppiges Einkommen verfügen aus.

Es gibt zwar in der ein oder anderen Hallen gute Ansätze, das es auch Bouldergruppen gibt für Menschen mit zB Fluchterfahrung, aber im Grunde genommen ist das Bouldern, wenn man es in der Halle betreibt, doch ein elitärer Sport.

Das zeigt sich auch in den Hallen. Dort ist das Publikum überwiegend weiß, akademisch und gehört der Mittelschicht an. In Köln liegt im Stuntwerk der Eintrittspreis bei sage und schreibe 13 €. Das ist richtig viel.

 

Warum ist bouldern so teuer

 

Der Unterhalt und der Bau der Boulderhallen ist teuer und erklärt den Preis. Dazu kommt noch das Personal was auch einen großen Kostenfaktor bedeutet. Auch wenn ich oft das Gefühl habe, dass sich Boulderhallen überwiegend mit Minijobbern bedienen und es kaum richtige Vollzeitbeschäftigte gibt.

Fontainebleau bouldern

Bouldern für Kinder

 

Viele Boulderhallen haben extra Kinderbereiche. Grundsätzlich ist der Boulderbereich natürlich kein Kinderspielplatz und Erwachsene müssen hier auf die Kinder Acht geben.

Ich habe viele Kinder gesehen, die super in der Boulderhalle sind und ich denke man kann das nicht früh genug anfangen.  

 

Bouldern für Kleinkinder

 

Ehrlich gesagt weiss ich nicht, ob es ein Mindestalter in Hallen gibt. Wenn man draußen bouldert, dann ist es oft so, dass zB in Fontaineblau ganze Familien auch mit Kleinkindern unterwegs sind. Natürlich muss man hier vorsichtig sein.

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